Fünf Jahre GGL: Bilanz der Aufsicht über 129 lizenzierte Betreiber und die Blockade illegaler Angebote
Geschrieben von Viktor Washington · 26.9.2026

Fünf Jahre GGL: Bilanz der Aufsicht über 129 lizenzierte Betreiber und die Blockade illegaler Angebote

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder blickt auf fünf Jahre Tätigkeit zurück und legt in ihrem Aktivitätsbericht 2025 detaillierte Zahlen vor, die eine klare Entwicklung des deutschen Online-Glücksspielmarktes zeigen, während zugleich die Aufsicht über Tischspiele weiterhin auf Länderebene bleibt und weitere Befugnisse angestrebt werden.
Marktentwicklung und Lizenzstatistiken
Die Behörde überwacht derzeit 129 lizenzierte Betreiber, hat bis Ende 2025 insgesamt 1.843 illegale Seiten blockiert und schätzt, dass etwa 77 Prozent des Online-Glücksspielmarktes inzwischen im lizenzierten Bereich angesiedelt sind, während der illegale Anteil bei 23 Prozent liegt, wie der Aktivitätsbericht 2025 genauer ausweist.
Beobachter stellen fest, dass diese Zahlen auf eine zunehmende Verschiebung hin zu regulierten Angeboten hindeuten, denn die GGL hat in den vergangenen Jahren konsequent gegen nicht lizenzierte Plattformen vorgegangen und dabei sowohl technische als auch rechtliche Instrumente eingesetzt, die den Markt stabilisieren sollen.
Tischspiele bleiben Ländersache
Online-Casino-Tischspiele wie Blackjack und Roulette unterliegen weiterhin der Regulierung auf Landesebene und nicht auf nationaler Ebene, sodass bis September 2026 lediglich Konzessionäre aus Schleswig-Holstein sowie die staatliche bayerische Casino-Gesellschaft auf der offiziellen Whitelist erscheinen, während andere Bundesländer eigene Regelungen beibehalten.
Experten weisen darauf hin, dass diese fragmentierte Zuständigkeit zu unterschiedlichen Whitelists und Genehmigungsverfahren führt, was die einheitliche Durchsetzung nationaler Standards erschwert, obwohl die GGL bereits seit ihrer Gründung auf eine stärkere Harmonisierung drängt.

Erweiterte Befugnisse ab Juli 2026
Die GGL beantragt bei den Ländern erweiterte Kompetenzen, um schneller gegen illegale Anbieter vorgehen zu können, insbesondere durch zusätzliche Site-Blocking-Befugnisse, die eine Vertragsänderung ab Juli 2026 ermöglichen soll und damit die bisherigen Verfahren beschleunigen würde.
Berichte der Behörde zeigen, dass solche Anpassungen notwendig erscheinen, da die aktuelle Rechtslage oft zeitaufwendige Abstimmungen zwischen den Ländern erfordert, während illegale Plattformen rasch neue Domains registrieren und den Marktzugang für lizenzierte Anbieter erschweren.
Zusammenfassung der bisherigen Erfolge
In den fünf Jahren seit ihrer Einrichtung hat die GGL eine systematische Überwachung aufgebaut, die sowohl die Vergabe von Lizenzen als auch die konsequente Sperrung illegaler Seiten umfasst, und die aktuellen Marktdaten belegen eine klare Tendenz hin zu mehr Transparenz und Kontrolle im Online-Glücksspiel.
Die Veröffentlichung des Aktivitätsberichts 2025 macht zugleich deutlich, dass weitere Schritte erforderlich sind, um die verbleibenden 23 Prozent des illegalen Marktes einzudämmen und die Zuständigkeit für Tischspiele besser zu koordinieren.
Fazit
Die Entwicklung der GGL zeigt nach fünf Jahren eine gefestigte Aufsichtsstruktur mit messbaren Ergebnissen bei der Lizenzvergabe und der Blockade illegaler Angebote, während die anstehende Vertragsänderung ab Juli 2026 zusätzliche Handlungsmöglichkeiten eröffnen soll und die Regulierung von Tischspielen weiterhin eine Herausforderung auf Länderebene bleibt.